
Sie launchen Raketen, kaufen Unternehmen und verkaufen Weltraumtickets — aber bevor Elon Musk, Jeff Bezos und Richard Branson in ihre Raumschiffe steigen, fliegen sie Privatjet. Das ist kein Zufall. Die Wahl des Jets verrät viel über Stil, Logistik und Persönlichkeit dieser drei Männer, die den Weltraum für Privatpersonen geöffnet haben.
Elon Musk: Gulfstream G650ER — der meistgetrackte Privatjet der Welt
Kein Privatjet wurde häufiger erwähnt, verfolgt und debattiert als Elon Musks Gulfstream G650ER mit dem Kennzeichen N628TS. Der Student Jack Sweeney betrieb jahrelang den Twitter-Account @ElonJet, der Musks Flugbewegungen in Echtzeit veröffentlichte — mit über 500.000 Followern. Musk bot Sweeney 5.000 Dollar zum Abschalten an. Ohne Erfolg. Das zeigt: Selbst der meistbeschäftigte Unternehmer der Welt braucht einen verlässlichen Privatjet — und die G650ER ist das verlässlichste Modell auf dem Markt.
Die G650ER ist keine Zufallswahl. Mit 13.890 km Reichweite fliegt Musk von Los Angeles direkt nach Berlin, von Texas nach London, von Boca Chica zu SpaceX-Lieferanten in Japan — alles ohne Zwischenstopp. Der Jet erreicht Mach 0.925 auf bis zu FL510. Musk nutzt ihn pragmatisch: kein Aufsehen, kein Showgehabe, ein Arbeitswerkzeug auf Höchstniveau. Zuvor besaß er eine Dassault Falcon 900B sowie einen Gulfstream G550, den er 2022 verkaufte.
SpaceX — Musks Raketenfirma — unterhält selbst eine kleine Flotte für Mitarbeitertransfers zu den Startbasen in Florida, Texas und Kalifornien. Wenn Starship eines Tages Punkt-zu-Punkt-Reisen in 30–40 Minuten ermöglicht, wäre die G650ER überflüssig. Bis dahin bleibt sie Musks erste Wahl.

Jeff Bezos: G650ER und der Weg in den Weltraum
Jeff Bezos operierte lange mit einer eigenen Gulfstream G650ER, registriert unter einer Holdinggesellschaft, um die direkte Zuordnung zu erschweren. Bezos gilt als akribischer Logistiker: Wenn Blue Origin einen neuen Meilenstein erreicht, ist er persönlich vor Ort — die G650ER fliegt ihn dorthin. Berichten zufolge hat Bezos 2024 auf den neueren Gulfstream G700 aufgerüstet — mit FL516 Reiseflughöhe und einer Kabinen-Druckhöhe von nur 4.060 ft, dem komfortabelsten Wert aller Produktionsjets.
Am 20. Juli 2021 — dem 52. Jahrestag der Apollo-11-Mondlandung — flog Bezos mit Blue Origins New Shepard auf 107 km Höhe: knapp über die Kármán-Linie bei 100 km. Es war der erste bemannte New-Shepard-Flug. Bezos war selbst an Bord, gemeinsam mit seinem Bruder Mark, Wally Funk und Oliver Daemen. Wally Funk war mit 82 Jahren die älteste Person, die je ins All geflogen ist. Die Strecke von Seattle zu Blue Origins Startzentrum in Van Horn, West-Texas, bewältigt Bezos per Privatjet — einer der häufigsten Flüge in seinem Terminkalender.
Richard Branson: Dassault Falcon 7X und Virgin Galactic
Richard Branson fliegt bevorzugt Dassault-Modelle — passend zur britisch-europäischen DNA seiner Virgin-Gruppe. Sein Privatjet der Wahl ist die Dassault Falcon 7X, ein Trijet-Langstrecker mit 11.019 km Reichweite, der Europa und Nordamerika non-stop verbindet. Die 7X ist bekannt für ihre leise Kabine, hervorragende Aerodynamik und die typische Dassault-Fenstergröße — ein deutlicher Kontrast zur turbulenten Suborbital-Erfahrung, die Virgin Galactic an ihre Kunden verkauft.
Am 11. Juli 2021 — neun Tage vor Jeff Bezos — flog Branson mit VSS Unity, dem SpaceShipTwo-Raumschiff von Virgin Galactic, auf 86,1 km Höhe. Technisch erreichte er nicht die international anerkannte Kármán-Linie bei 100 km, wohl aber die US-amerikanische FAA-Definition bei 80 km. Branson landete damit einen PR-Coup: Er war der erste der drei Raumfahrt-Milliardäre im Weltraum — wenn auch mit dem kleinsten Sicherheitsabstand zur 100-km-Grenze. Mehr zur Geschichte von Richard Branson auf WeltraumTicket.de.
Für den Flug nach Spaceport America in New Mexico nutzte Branson wie immer seinen Privatjet: Anflug nach Albuquerque, kurze Fahrt in die Wüste — dann VSS Unity. Die Kombination aus Privatjet-Logistik und Raumschiffstart ist dabei kein Luxus, sondern Notwendigkeit: Spaceport America liegt weit abseits jedes Linienflughafens.
Direktvergleich: Drei Milliardäre, drei Jets, drei Raumschiffe
| Person | Privatjet | Raumvehikel | Erreichtes | Datum |
|---|---|---|---|---|
| Elon Musk | G650ER (N628TS) | SpaceX Dragon (Crew) | Orbital (ISS) | via Crews, nicht persönlich |
| Jeff Bezos | G650ER / G700 | Blue Origin New Shepard | 107 km (über Kármán) | 20. Juli 2021 |
| Richard Branson | Dassault Falcon 7X | VSS Unity (SpaceShipTwo) | 86,1 km (FAA-Definition) | 11. Juli 2021 |
Was alle drei verbindet: der Privatjet als Fundament
Drei Männer, drei Raumfahrtunternehmen — und alle drei fliegen Privatjet. Das ist systemisch: Spitzenpersonen wie Musk, Bezos und Branson brauchen das einzig praktikable Transportmittel für einen Terminkalender auf drei Kontinenten. Meetings in verschiedenen Ländern an einem Tag, spontane Besuche bei Startbasen, Produktionsstätten und Lieferanten — all das funktioniert nur ohne den Zeitverlust der Linienluftfahrt. Der Privatjet ist nicht Statussymbol, sondern Produktivitätswerkzeug.
Persönliche Profile zu Elon Musk und Jeff Bezos als Weltraumtourismus-Pioniere finden Sie auf WeltraumTicket.de. Für den vollständigen Überblick über Privatjet und Weltall: Privatjet & Weltall — das Spezial auf privatjet.one.